DIE KALENDER DER JAHRE 1970 - 1980
ZIEHEN DIE FOTOGRAFIE AN LAND
Die Fotografie entdeckt den Kalender. Nicht erst seit 1970. Bezogen auf die Stuttgarter Kalenderschau und die seit 1968 durchgeführte Bewertung durch eine Fachjury erlebte der fotografisch dominante Kalender eine neue begleitende Interpretation. Auslöser dieser Begleitmusik war der PR-Chef der KODAK AG Dr. KARL STEINORTH,
der als Teilnehmer der GKS-Jury immer wieder bei Fotokalendern das Argument zu hören bekam: Die Kalender-Fotos seien zwar stimmig, aber das typographische Beiwerk zeige Mängel, die es nicht berechtigen, diese und jene Fotokunst mit integriertem Datum auszuzeichnen .Für ihn war damit die Idee geboren, einen eigenen Fotokalender -Wettbewerb aus der Taufe zu heben. Der Vorstand des Graphischen Klubs trog den Vorschlägen Dr. Steinorths Rechnung und holte damit, neben dem LGA, die Kodak AG als weiteren Mitveranstalter der Stuttgarter Kalenderschau ins Boot. Die Gründe lagen also auf der Hand. In der Weiterführung sprach Dr. Steinorth sogar vom »Fotokalender als Schrittmacher im Fotodesign« (Kalenderschau ?Dokumentation 1991)und kam zu dem Schluss: »Genau wie vor 25Jahren ist der Fotokalender auch heute noch ein Traumjob für den Fotografen. Schon deshalb, weil anders als auf den übrigen Gebieten des Fotodesigns hier seine Leistung nicht anonym bleibt.
Bei der Aufgabe, Aufnahmen für einen Werbekalender zu machen ,ist der Fotograf in ganz besonderem Maße gefordert , denn ein Kalender verlangt eine Serie von zwölf hervorragenden Fotos, die im größeren Format interessant und plakativ wirken müssen und die, da ja das Kalenderblatt einen Monat lang angesehen wird, inhaltlich auch nie langweilen dürfen. Jeden Monat muss das neue Kalenderblatt den Betrachter mit einer neuen Variation des Kalenderthemas visuell überraschen. Es ist deshalb zu Recht geschrieben worden, dass der Fotograf, der diese Aufgabe meistert, den schwersten Test, den es für Fotografen überhaupt gibt, bestanden hat, « Diese Aussage berührt rund die Hälfte der jährlich erscheinen ?den Wandkalender aus dem Kreis der Industrie .Beiden Verlagskalendern liegt der Anteil niedriger. Aber auch hier hat der Fotokalender - ob Schwarzweiß oder in Farbe - an Gewichtung stark zugenommen ...Viele junge Fotografen sind dabei«, schrieb die Redaktion der Zeitschrift RETINA über den 1970 erstmals ausgelobten Kodak Farbfoto-Kalender-Wettbewerb ... Sie haben in Farbaufnahmen für Kalenderblätter das Sprungbrett zu größeren Aufgaben entdeckt. Ihre Bilder machen aus den Werbekalendern eine Dokumentation moderner Farbfotografie. « Ähnliche Töne waren der Kundenzeitschrift KODAKFOTO?GRAFIEINTERNATIONAL(Nr.u1197S) zu entnehmen: Noch vor Jahren war eine Farbfoto-Serie in einer bedeutenden Zeitschrift der erstrebenswerte Leistungsbeweis für jeden Fotografen. Nachdem viele der Zeitschriften, die das Gesicht der Farbfotografie mit geprägt haben, verschwunden sind, hat der Farbfoto-Kalender zumindest einen wesentlichen Teil ihrer Mittlerrolle übernommen. War es früher der herausragende Farb-Beitrag in einer Zeitschrift, so beweist sich heute der Könner an einem konsequent und schöpferisch durchgehaltenen Kalenderthema.
![]() |





