1990 - 2000 KALENDER DEKADE,
DIE AUS DEM VOLLEN SCHÖPFT
Im Stuttgarter Haus der Wirtschaft, wo das baden-württembergische Landesgewerbeamt sein Domizil hat, sind Kalender in guten Händen .Das Ausstellungs - Referat - nicht nur in Sachen Kalender erfahren - verfügt über eine ganze Palette an Konzepten, wie eine Kalenderlandschaft abwechslungsreich zu gestalten ist. Als 1982 erstmals der »Preis der Jury« vergeben wurde ("Die zwölf Jahreszeiten des Jiri Kolär«, Zanders Feinpapiere AG), da wurde die Gilde der vorbildlichen Arbeiten insgesamt optisch eine Stufe höher gestellt. Diese kompakte Präsentation der prämierten Kalender, die der Ausstellungs-Designer ROLF ELLWANGER im LGA immer wieder variiert, verschafft den Besuchern einen raschen überblick über die -Creme eines Kalender-Jahrgangs -. Wer also die Leistungsschau der Druckindustrie - unter dieser Prämisse hat der Graphische Klub sein Kalender-Engagement immer gesehen - nicht Exponat um Exponat durchblättert, der findet durch das Auffächern in Design- und Themenschwerpunkte eine wichtige Orientierungshilfe im Blick auf das vielfältige auf Stuttgart konzentrierte Kalenderschaffen. Wie betont, es geht im Haus der Wirtschaft um einen graphischen Leistungsbeweis und -vergleich, der in enger Verbindung mit Gestaltern, Künstlern, mit der Werbebranche im Zeichen der Zeit dem gedruckten Datum eine Plattform bietet. Der Graphische Klub Stuttgart, in den Jahren 1950 bis 2000 in dieser Dokumentation mit dem Schwerpunkt "50 Jahre Zeit im Kalender« porträtiert, hat gleich dem Blättern mit dem gedruckten Datum eine abwechslungsreiche Zeitspanne erlebt. Die Möglichkeiten und Grenzen im Auftritt, in der Präsentation, im Umsetzen von Visionen und damit immer der Zeit ein Stück vorauszueilen, führte zu den unterschiedlichsten Kalendern und deren Ausdrucksformen. An der Wende von Jahrhundert zu Jahrtausend ist mit der Zahl 2000 auch nur ein Wechsel von einem zum andern Tag zu registrieren .Was auch zu den Tatsachen zählt: Noch nie hatten die Kalendermacher und die von ihnen abgerufene Technik ein so breites Spektrum an Chancen. Das rechnergestützte Arbeiten auf allen Ebenen, das mit dem Beginn der neunziger Jahre an Dynamik und bis in unsere Tage kräftig zulegte, hat auch der Kalenderwelt zu neuen Perspektiven verholfen. Sie in ein gestalterisches und inhaltliches Hoch zu überführen, ist auch mit der Zahlenkombination 2000 eine echte Herausforderung. Bleibt als Schlusswort, auf eine Aussage von Peter Schwend aus dem Vorwort der Kalender-Dokumentation 1999 zurückzugreifen: Eine interessante, abwechslungsreiche Kalender-Dekade kommt zum Abschluss. Die Veranstalter der Stuttgarter Kalenderschau ?der Graphische Klub Stuttgart als ursprünglicher Initiator, die Kodak AG, das Landesgewerbeamt Baden-Württemberg und der Verband Druck und Medien in Baden-Württemberg e.V. - haben diese neunziger Jahre aufmerksam begleitet .Nicht nur beim jährlichen Ausrichten von Kalender-Wettbewerb und -Ausstellung im Haus der Wirtschaft , sondern auch auf einer dritten Ebene: Seit 1991erscheint die gedruckte Dokumentation über die prämierten Kalender.
In der Regelumfassen die Kataloge fast 80 Seiten. Sie dokumentieren und rezensieren die einzelnen Kalender mit ausgewählten Farbabbildungen. Damit erhält das Kalenderschaffen im Medienspektrum insgesamt seinen verlegerischen Stellenwert. In der Kalenderszene und darüber hinaus finden diese Publikationen immer mehr Zuspruch. Sie sind in ihrer Aufgabenstellung letztlich einzigartig. Denn es gibt keine Aufarbeitung zu diesem Thema. Von daher dient das Kalender-Kompendium als Nachschlagewerk .Es vermittelt durch die vielen und sorgfältig recherchierten bibliographischen Angaben Aussagen über die Kalendermacher .die eingesetzten Techniken und verwendeten Bedruckstoffe. Selbst der typographische Pendelschlag lässt sich durch die Wahl der zum Einsatz kommenden Schriften ablesen.
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